Das Haus wurde 1909 von Richard Kunstmann gebaut. Er war Herrenschneider und hatte hier seine Werkstatt und einen kleinen Laden, in dem seine Frau bis etwa 1968 auch Schürzen- und Kittelstoffe sowie Kurzwaren verkaufte. Das Selbernähen war in den 1950er Jahren sehr in Mode; die Kinder erhielten manchmal sogar als Weihnachtsgeschenk von ihren Tanten ein Stück Stoff mit der Bemerkung „daraus kann die Mutter dir ein Hemd/eine Bluse nähen“.
Ihr Sohn Alfred betrieb mit seiner zweiten Frau Käte Kunstmann einen Kiosk an der Zechenstraße und später in der Kirchstr. 28.
Im Obergeschoss des Hauses wohnte der Schwager von Richard Kunstmann, Paul Graf. In den 1920er Jahren besaß Paul zusammen mit seinem Bruder Abraham ein Installationsgeschäft zur "Ausführung von elektr. Licht-, Kraft - und Schwachstromanlagen". Die Familie hatte 11 Kinder, deren Leben die älteste Tochter, Ruth, später in ihrem Buch "Was aus uns geworden ist" nachgezeichnet hat, dem auch einige Bilder der Fotogalerie entnommen sind.