Haus Nr. 58 (Gaststätte "Zum Handweiser")
„Zum Handweiser“ (1905

Lage

Gemarkung: Am Handweiser
Hausnr. 1812: 36
Hausnr. 1873: 54
Adresse 1961: Haßlinghauser Str. 100
Adresse 2020: Schwelmer Str. 228

Beschreibung

Die Gemarkung Handweiser verdankt ihren Namen der hier gelegenen Straßenkreuzung, an der Wegweiser (früher Handweiser genannt) die vier Richtungen anzeigten: Nach Norden (Esborn), Osten (Grundschöttel), Süden (Gevelsberg) und Westen (Hiddinghausen).

1795 verpachtete Friedrich Onfermann den Kotten am Handweiser an Johann Henrich Kalthoff (1) in Erbpacht. Nach dem Tod seines Vaters übernahm Joh. Peter Kalthoff (2) 1808 den elterlichen Besitz für 666 Reichstaler und wohnte dort mit zweien seiner Brüder (3) und (4); der dritte lebte bei Peter Howahr. 1825 wurde der Kotten durch ein neues Haus ersetzt, das später auf Joh. Heinrich Peter Kalthoff überging; seine Witwe Anna Maria geb. Kampmann und ihr Sohn Friedrich waren 1856 als Pächter eingetragen. Friedrich, der als Gerichtstaxator arbeitete, wurde 1864 Gemeindevorsteher und erhielt 1873 die erste Konzession für die Gaststätte. Als er 1878 starb, übernahm vermutlich seine Frau die Wirtschaft, denn erst 1895 wird mit Carl Reschop der nächste Wirt genannt. Seitdem sind nicht weniger als 19 Gastwirte sowie 2 weitere Mieter vermerkt. Am längsten hielt sich Ernst Eckes, Wirt von 1908 bis 1933.

„Der Handweiser“ war 1872 Gründungslokal des Silscheder Schützenvereins und Vereinslokal des Männergesangvereins „Deutsche Eiche“, auch die erste Sitzung des Vereinsrings fand 1954 hier statt. Der Gasthof umfasste einen Schankraum, eine Gaststube, zwei Gesellschaftszimmer und seit 1934 einen großen Saal mit Bühne. Im Dachgeschoss waren 2 kleinere und ein großes Fremdenzimmer untergebracht. Der prakt. Arzt Dr. Hemmer hielt hier ab 1925 seine Sprechstunden ab. 1927 stand neben dem Eingang die erste Silscheder Tankstelle. Das erste Fernsehgerät in Silschede wurde 1953 im Handweiser aufgestellt. Daneben gab es auch Filmvorführungen, Unterhaltungsabende, Konzerte und zahlreiche Feiern; viele Silscheder erinnern sich noch an den „Tanz in den Mai“. Der Saal war Schauplatz zahlreicher Tauben-, Geflügel- und Kaninchenausstellungen. 1988 wurde der Gastbetrieb eingestellt. Kurzzeitig beherbergte das Gebäude ab 1993 noch das „Tanzsportzentrum-Ruhr“ aus Wetter sowie ab 2002 eine Sportgruppe. 2016 wurde das Gebäude, zuletzt im Besitz der Fam. Haack, abgerissen.

Bewohner

1795-1812

(1) Johann Henrich Kalthoff, Bergmann, mit Catharina Maria geb. Berenbruch

1808-15

(2) Johann Peter Kalthoff, Sohn v. (1), Bergmann, Heirat 1813 mit Maria Katharina geb. Haumann gnt. Clarmann

(3) Johann Friedrich Kalthoff, Sohn v. (1), Bergmann

(4) Johann Henrich Kalthoff, Sohn v. (1), Bergmann

1856-73

Anna Maria Kalthoff geb. Kampmann

Friedrich Kalthoff, Sohn v. (5), Auktionator, Wirt u. Kötter, 1864-78 Gemeindevorsteher

1884

Jacob Krümmelbein, Schneider

Friedrich Peter Külpmann, Steinhauer u. Wirt

1895

Carl Reschop

Heinz Eickelberg

1904-05

Karl Schriever

1905

Carl Specht, Fuhrunternehmer, mit Caroline Louise geb. Rennert (s. auch Nr. 58a)

Gustav Bonk, mit Auguste Emilie Zander

1908-33

Ernst Eckes, Wirt, mit Wilhelmine geb. Kehne

1930

Friedr. Wilh. Beckmann, Bergmann

1932-36

Friedrich Steinhaus, Wirt (1932 „Zum Bahnhof“, 1933 „Am Handweiser“), mit Klara Louise Irma Adele geb. Wallbruch

1933

† Wanda Johanna Weustenfeld, geb. 1880

1933-38

Richard Markert, Maschinist, Autoschlosser

1935

Alfred Frerich, Arbeiter, mit Elfriede Hedwig geb. Lemke

Rudolf Grebe, Hufschmiedemeister

Josef Heidschötter, Postbetriebsarbeiter

Auguste Schiewer, Hausgehilfin

1938

Hermann Göbelsmann jun., Wirt, mit Edith geb. Grahe

Maria Göbelsmann, Hausangestellte

Engelbert Schneider, Klempner, mit Olga geb. Laberenz

1938-49

(5) Heinrich Benfeld, Presser

1949

Reinhold Kohl, Gastwirt des Handweisers 1940-52

Theodor Kohl, Schneider

Rosalie Rurainski, Rentnerin

1949-56

Karl Anton Peter, Rechnungsführer, mit Helene

Hedwig Peter

1949-60

Heinr. Benfeld jun., Sohn v. (5), Sattler

Karl Hölken, Herdschlosser

1952-56

Wilhelm Grebe, Gastwirt

1956

Ingolde Dreyer, Hausgehilfin

Wilhelm Garthe, Former

Wilhelm Grebe, Wirt („Zum Handweiser“)

1956-63

Wilhelm Meier, Landarbeiter

1961-63

Ernst Henry Wittke † 1961, Wirt, mit Antonie geb. Hanelt

1960-63

Paul Hahn, Gießereiarbeiter u. Wirt

1963

Willi Krebstadt, Arbeiter

1974-95

Ernst Haack † 1977, Wirt, mit Gertrud geb. Dassler

2005

Klaus Irlenbusch