Haus Nr. 27 ½ (Bahnhof Silschede)
Der Nachmittagszug im Bahnhof Silschede (1920)

Lage

Gemarkung: Am Behrenbruch
Adresse 2020: Wittener Str. 74 und 86

Beschreibung

70 Jahre nach Inbetriebnahme der Harkorter Kohlenbahn von Haspe zur Zeche Trappe wurde 1889 – nach fast 20 Jahre dauerndem Kampf – auch die Staatsbahnstrecke von Schee über Hiddinghausen nach Silschede eröffnet. Sie sollte die dringend notwendige Anbindung zum Abtransport der Zechenkohle an das Ruhrgebiet schaffen. Der Bahnhof war Endstation dieser Strecke; es wurde ein eigenes Bahnhofsgebäude errichtet. Als die Fa. Peyinghaus (später „Knorr-Bremse“) einen Gleisanschluss an die Kohlenbahn erhielt, wurden ab 1921 die dort hergestellten Achslager und Bremsen bis zum Bahnhof Silschede transportiert und dort von der Schmalspurbahn auf die Normalspurbahn nach Schee umgeladen; in der anderen Richtung erhielt Peyinghaus Ware von seinen Zulieferern. Um 1955 baute die Firma für die Ladearbeiter noch Waschkauen auf dem zum Hof Böckmann gelegenen Teil des Bahnhofs.

Der Betrieb auf dieser „Knorrbahn“ wurde 1960 eingestellt. Während auf der Kohlenbahn – bis auf die gerade erwähnte Ausnahme – lediglich Kohle aus den Silscheder Zechen befördert wurde, diente die Strecke nach Schee auch dem Personenverkehr, der aber nie eine größere Rolle spielte und bereits 1951 zum Erliegen kam. Die Bundesbahn stellte 1963 auch den Güterverkehr auf dem Abschnitt Hiddinghausen-Silschede ein, damit verlor der Bahnhof endgültig seine Bedeutung. Karl Siekmann nutzte die Gebäude für ein Sägewerk, und im Wartesaal fanden sonntags zeitweise Gottesdienste der kath. Gemeinde Haßlinghausen statt. In den 1970-er Jahren verlegte Norbert Kintzel den Baustoffmarkt seines Schwiegervaters Karl Klein vom Büffel auf das Bahnhofsgelände; die alten Bahnhofsgebäude wurden 1992 abgebrochen.

Bewohner

1895

Karl Salisch, Ottmar Riedel, Friedrich Ackermann

Karl Schulze

Ewald Achenbach, Schaffner, mit Auguste geb. Weber

1905

Heinrich Reuter, Anton Hofeiner

Georg Roth, Weichensteller, mit Anna geb. Klaus

Wilhelm Brümann, Bahnarbeiter, mit Anna geb. Bischof

Adam Kaufmann, Eisenbahnhilfsweichensteller, mit Katharina geb. Baumgart

1935-38

Alfred Gewinnus, Bahnhofsverwalter

1938

Wilhelm Deubel, Bahnhofsarbeiter

1949

Walter Isken, Bahnhofmeister

1960

Karl-Heinz Schüler, Maschinenschlosser

1963

Walter Simmerl, Bahnangestellter