Haus Nr. 22 (Hof Berenbruch)
Hof Berenbruch (1910)

Lage

Gemarkung: Am Behrenbruch
Hausnr. 1812: 10
Hausnr. 1873: 20
Adresse 2020: Zum Behrenbruch 1

Beschreibung

Der Hof wird schon in der Steuerschätzung am Ende des Dreißigjährigen Krieges erwähnt; eine Witwe Berenbruch mit 3 Kindern hat einen Erbhof vom kölnischen Hof in Schwelm, mit 9-10 Malterscheid Ackerland (ca. 2,5 ha), 3 Scheffelscheid Weideland (ca. 1/8 ha), 8 Schweinerechte, Hof und Garten. An Vieh gehören zum Hof 4 Kälber und 2 Schweine mit 10 Ferkeln. Wennemar Berenbruch, der Stammherr der Sippe Berenbruch, wird wohl eines dieser Kinder gewesen sein. Sein Sohn Heinrich, verheiratet mit Anna geb. Ilberg, verstarb schon mit 47 Jahren; die Witwe heiratete Arnold Henrich Dröghorn – einen Enkel des Wengerner Pastors und Miteigentümers der Zeche St. Peter, Arnoldus Dröghorn – der seine vererbten Bergwerksanteile in das Hofvermögen einbrachte. In unmittelbarer Nähe zum Hof lag auch der Schacht Aurora, der 1796 zur Zeche Adler und 1821 zur Zeche Dachs- und Grevelsloch gehörte. Noch 1853 werden die Anteile im Erbvertrag mit dem Ururenkel der Anna Ilberg genannt.

Aus der Kriegschronik der Kirchengemeinde: „Am Abend des 21. Januar 1943 fiel bei einem Flugzeugangriff auf das westdeutsche Industriegebiet eine Bombe auf einen Bauernhof in der Nähe des Silscheder Bahnhofes. Während die Stallungen bis auf kleinere Schäden erhalten blieben, wurde das Wohnhaus so arg zerstört, dass es gänzlich abgebrochen werden muss. Der Bauer, Fritz Berenbruch, und sein 8-jähriges Töchterchen [Christel Berenbruch] erhielten schwere Verletzungen am Kopf und mussten am gleichen Abend ins Krankenhaus nach Gevelsberg gebracht werden. Die Heuerlingswohnung, in deren Nähe die Bombe niederging, ist gänzlich eingestürzt [siehe Nr. 22a]. Unter den Trümmern wurde eine junge Frau, deren Mann im Felde steht, mit ihren beiden Kindern sowie mit ihrer Mutter begraben. Der alte Vater ist gerettet und hat nur eine leichte Kopfverletzung davon getragen.

Kurz vor Kriegsende, im April 1945, unterhielt die Wehrmacht noch ein Lebensmittellager auf dem Hof, das erst bei Anrücken der Amerikaner für die Bevölkerung freigegeben wurde.

Bewohner

1663

(1) Wennemar Berenbruch, Landwirt

1701-10

(2) Henrich Berenbruch † 1710, Sohn v. (1), Landwirt, mit Anna geb. Ilberg

1712-50

Arnold Henrich Dröghorn gnt. Berenbruch, Landwirt, mit Anna geb. Ilberg, Witwe v. (2)

1737

(3) Henrich Berenbruch, Sohn v. (2), Landwirt, mit Anna geb. Kemna

1788

(4) David Peter Henrich Berenbruch sen. , Sohn v. (3), Landwirt, mit Maria Cath. geb. Bastian

1814

(5) David Peter Henrich Berenbruch jun., Sohn v. (4), Ökonom, mit Cath. Elisabeth geb. Bastian

1853-73

(6) Friedr. Peter David Berenbruch, Sohn v. (5), Landwirt, mit Maria Catharina geb. Hasenkamp

1873

August Berenbruch, Rentner

Witwe Friedr. Westermann, Fuhrunternehmerin

1885-1936

(7) Friedr. Wilhelm Berenbruch I. † 1902, Sohn v. (6), Landwirt, 1887 Gem.vorsteher, mit Laura geb. Göbelsmann

1932-63

(8) Friedr. Wilhelm Berenbruch II. , Sohn v. (7), Landwirt, mit Margarethe geb. Nölle † 1945

1935

Gottfried Brandt, landw. Gehilfe

1938

Albert Scherwat, landwirtschaftl. Gehilfe

1938-68

Elfriede Berenbruch, Haushälterin, To. v. (7)

1949

Hulda Faßbender, Rentnerin

Gerhard Grebe, Schlosser

Rudolf Grebe, Hufschmied

Herbert Kirchner, Landarbeiter

1954-2020

(9) Helmut Erich Werner Feine, Schlosser u. Landwirt, mit Christel Elfriede Berenbruch, To. v. (8)

1954-74

Friedr. Wilhelm Berenbruch III., Sohn v. (8), Landwirt

1960

Hans Erichsen, Landarbeiter

1974

Bernhard Gironi

Gerhard Kathagen

1979-2020

(10)  Udo Bühne, Bestatter, mit Monika geb. Feine, To. v. (9)

1995-2020

Manfred Berenbruch

2005

Marion Berenbruch

2020

Thomas Bühne, Sohn v. (10)